Neue Chancen für das Herz
Infos über das Herz
Das Herz wiegt im Durchschnitt 300g, schlägt etwa 100.000 Mal pro Tag und pumpt im Laufe eines Menschenlebens bis zu 250 Millionen Liter Blut durch den Körper. Doch viele Faktoren richten irreparable Schäden an. Rauchen, Übergewicht, ein hoher Cholesterinspiegel, Bewegungsmangel, Stress, ein unbehandelter Diabetes, aber auch unerkannte Infektionskrankheiten können das Herz dauerhaft schädigen. Dazu kommt eine genetische Disposition.
Das Herz schützen
Das Herz braucht Belastung. Das Aufrechterhalten der Körperfunktionen genügt nicht. Körperliche Betätigung ist wichtig und unverzichtbar, um das Herz dauerhaft gesund zu erhalten. Das gilt nicht nur für das gesunde Herz, sondern auch für bereits erkrankten Patienten. Sie brauchen dann jedoch die intensive Unterstützung von Physiotherapeuten und Sportärzten.
Neue Wege in der Herzmedizin
Jedes Jahr verlängert sich die Liste der Patienten, die auf ein Spenderherz in Deutschland warten, um weitere 1000. Nur etwa 400 haben das Glück und bekommen das begehrte Organ. Viele andere warteten vergeblich und verstarben. Doch es gibt Hoffnung. Für alle, deren Herz Schaden genommen hat, gibt es seit einiger Zeit ein künstliches Pumpsystem, das direkt am Herzen wirkt und es damit unterstützt. Voraussetzung für den Eingriff ist, dass der Patient eine Chance hat, die etwa 4 stündige Operation zu überstehen. Etwa zwei Stunden dauert die Vorbereitung am offenen Herzen. Die Körpertemperatur muss auf etwa 32°C heruntergefahren werden, das Herz wird künstlich zum Flimmern gebracht, so dass eine Herzaktion für den Laien kaum noch sichtbar ist. Dann wird das etwa 20 cm große Pumpsystem an der Herzspitze angebracht. Die Herausforderung ist immens und setzt großes chirurgisches Können voraus, denn das Pumpsystem muss absolut dicht sein. Ist der Brustkorb verschlossen, bleibt ein Schlauch, der durch den Brustkorb nach außen geführt wird. Der Patient muss gut auf seine neues und verstärktes Herz achten. Aber den Erfolg fühlt er sofort. Vor allem Herzpatienten, die unter schwerer Herzschwäche gelitten haben, fühlen sich gleich erheblich besser. Sie können das Krankenhaus nach einer Übergangszeit aus eigener Kraft wieder verlassen. Das System ist an eine System angeschlossen, die der Patient ständig mit sich herumträgt und die durch eine Batterie angetrieben wird. Die Batterie hat eine Lebensdauer von etwa 12 Stunden, dann muss sie ausgetauscht werden.